Haus und Energie - Lexikon II

Ob Renovierung eines älteren Hauses oder beim Neubau – Energie einzusparen ist bei steigenden Preisen für fossile Brennstoffe ein wichtiges Thema. Und bei Einhaltung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung kann für die Restaurierung des Hauses auch ein vergünstigtes Darlehen unter gewissen Umständen in Anspruch genommen werden. Gerade wenn der Passivhaus-Standard angestrebt wird, sind die strengen Vorschriften zu beachten, und der Energiebedarf für das Haus muss auf ein Minimum reduziert werden. Ein Passivhaus hat jedoch noch weitere Vorteile, so wird beispielsweise keine klassische Heizung mehr benötigt, so auch keine Heizkörper bzw. Fußbodenheizung. Die strengen Standards und das Renovieren / Bauen nach diesen hat jedoch auch wirtschaftliche Vorteile. Zwar sind sie anfangs mit höheren Investitionen verbunden, für Dämmung ebenso wie ggf. für eine Lüftungsanlage – jedoch amortisieren sich diese nach einigen Jahren. Denn laufende Kosten für den Energiebedarf halten sich in Grenzen. Unter bestimmten Umständen kann man mit seinem Haus sogar mehr Energie erzeugen als verbraucht wird: Mit der Installation einer Solaranlage auf dem Dach oder an der Fassade des Hauses. Nutzt man diese vorhandenen Flächen für die Erzeugung von Solarstrom und speist man diesen in das Stromnetz ein, so amortisiert sich die Anlage unter idealen Voraussetzungen nicht nur, sondern es kann auch ein Umsatzplus erwirtschaftet werden.

Dämmung: Von Keller bis Dach
Auch modernste Heiztechnik nützt wenig, wenn die Wärmedämmung des Hauses nicht ideal ist. Dabei gilt es, die Wärmedämmung als ein ganzheitliches Projekt anzugehen. Nicht nur das Dach, sondern auch die Fassade – inklusive Fenster – und auch der Keller sollten beim Hausbau optimal gedämmt werden oder können auch bei einem älteren Haus nachträglich gedämmt werden. Dabei gibt es verschiedene Methoden. Oftmals wird mit Dämmplatten gearbeitet, die an der Fassade oder auch an den Innenwänden und an der Kellerdecke angebracht werden können. Außerdem kann viel Energie durch die Fenster und Türen verloren gehen. Einfach verglaste Fenster oder beim Einbau entstandene Lücken können unnötig viel Wärme nach außen lassen. Beim Bau von Passivhäusern ist es Standard, die Dichtheit des Hauses zu messen, mit einer Unterdruckmethode und einer Infrarot-Wärmekamera. Hierbei wird geprüft, ob es tatsächlich keine Rizze gibt, durch die Luft und somit auch Wärme nach außen dringen kann.

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Lüftung: Passivhausstandard durch Lüftungsanlage
Eine Lüftungsanlage ist Voraussetzung für den Passivhaus-Standard. Sie dient dazu, dass die Qualität der Luft im Haus nicht durch Öffnung der Fenster / das Lüften erhalten wird, sondern durch die Umwälzung der Luft mittels einer Lüftungsanlage. Der Vorteil ist, dass keine Wärme beim Lüften verloren geht, sondern sie durch einen Wärmetauscher im Haus gehalten wird. So wird nicht nur die Wärme, die durch das Heizen erzeugt wird, sozusagen recycelt, sondern auch die Abwärme von Personen und elektrischen Geräten. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Hülle des Hauses tatsächlich luftdicht ist, eine 100%ige Wärmedämmung ist absolute Voraussetzung für den Standard eines Passivhauses und für das Funktionieren einer Lüftungsanlage. Dafür entfallen Kosten und Elemente wie ein Kamin, Heizkörper, Fußbodenheizung etc.